top of page

Über die Bedeutung von Selbstkontrolle – Warum gewinnen in Konflikten nicht das Ziel sein kann

Wir kennen es alle: Jemand sagt oder tut etwas, und plötzlich sind wir wütend. Ein Konflikt entsteht oder ein alter bricht wieder auf. Das kann die Hausaufgaben-Diskussion mit dem eigenen Kind sein, eine Situation im Klassenchat, in der wir uns über eine Nachricht ärgern, oder eine E-Mail der Klassenlehrerin, in der unser Kind erneut negativ dargestellt wird. Gerade in solchen Momenten habe ich oft erlebt, dass Eltern – und auch Lehrkräfte – in einen Schlagabtausch geraten, als ginge es darum, zu gewinnen. Im Sinne von: Recht haben, sich durchsetzen, dem anderen endlich zeigen, wie die Dinge „wirklich“ sind. Der Impuls, dann „mal Klartext zu reden“, ist absolut nachvollziehbar. Wir fühlen uns angegriffen, missverstanden oder ungerecht beurteilt – und wollen das sofort richtigstellen. Doch was passiert in solchen Momenten wirklich? Meistens nicht Klärung, sondern Eskalation. Wir schreiben eine deutliche Antwortmail, die Lehrkraft reagiert wiederum darauf, und schnell entsteht eine Dynamik aus Rechtfertigung und Gegenwehr. Am Ende ist die eigentliche Sache oft nicht gelöst – aber die Beziehung ist belastet. Dabei übersehen wir in solchen Situationen oft die entscheidende Frage: Worum geht es mir eigentlich wirklich? Geht es darum, Recht zu behalten? Oder geht es darum, etwas zu verbessern – zum Beispiel die Lern- und Entwicklungssituation des Kindes oder die Zusammenarbeit zwischen Elternhaus und Schule? Genau hier kommt ein zentraler Punkt ins Spiel: Haltung. Und Haltung kommt immer vor Handlung. Wenn meine innere Ausrichtung ist, dass ich die Beziehung zwischen Lehrkraft und Kind stärken möchte, damit mein Kind sich in der Schule wohlfühlt und gut lernen kann, dann sollte genau das mein Kompass für mein Handeln sein. Das verändert auch meine Kommunikation. Denn gute Zusammenarbeit entsteht nicht im Gegeneinander, sondern im Miteinander – getragen von Respekt und gegenseitiger Wertschätzung. Das bedeutet nicht, dass wir unsere Sichtweise nicht klar äußern dürfen. Im Gegenteil: Unsere Position ist wichtig. Aber sie wirkt nur dann konstruktiv, wenn sie nicht aus dem Bedürfnis heraus entsteht, zu gewinnen, sondern aus dem Wunsch heraus, die Situation zu verbessern. Vielleicht ist genau das der entscheidende Perspektivwechsel: Weg vom „Wer hat Recht?“ hin zu „Was hilft dem Kind jetzt wirklich?“. Wenn uns das gelingt, sparen wir nicht nur Energie und Nerven – wir schaffen auch die Grundlage für echte Gespräche, statt für endlose Konflikte.


 
 
 

Kommentare


Mein Anliegen betrifft vor allem:
Bevorzugte Kontaktaufnahme
Email
Telefon
egal

Wichtige Hinweise

Coaching ist eine beratende und begleitende Leistung und ersetzt keine medizinische, psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung.

Termine sind verbindlich reserviert. Eine kostenfreie Absage oder Umbuchung ist bis 24 Stunden vor dem Termin möglich. Bei kurzfristiger Absage oder Nichterscheinen wird der Termin in voller Höhe berechnet.

© 2035 by schulverstehen- schule verstehen- miteinander stärken. Powered and secured by Wix 

bottom of page